Unternehmerfrauen Veranstaltung 2018

„Digitalisierung"

15.05.2018 im Backnanger BĂŒrgerhaus

„Wir lassen uns einspinnen in eine Welt, die uns verwöhnt“, sagt Professor Udo Di Fabio zur Digitalisierung. Der frĂŒhere Richter am Bundesverfassungsgericht war bei der Unternehmerfrauen-Veranstaltung der VR-Banken im Rems-Murr-Kreis zu Gast. 

„Wie im Science-Fiction-Film“

Der Jurist Udo Di Fabio ĂŒber seine Erfahrungen mit dem autonomen Fahren

Über das VerhĂ€ltnis von Mensch und Maschine hat Professor Udo Di Fabio bei der Unternehmerfrauen-Veranstaltung der Volksbanken Raiffeisenbanken im Rems-Murr-Kreis gesprochen. Im Backnanger BĂŒrgerhaus hat der frĂŒhere Richter am Bundesverfassungsgericht erlĂ€utert, welche Konsequenzen es hat, wenn der Mensch mehr und mehr Aufgaben in die HĂ€nde von Maschinen gibt.

Di Fabio lehrt unter anderem an der UniversitĂ€t Bonn am Institut fĂŒr Öffentliches Recht. Er hat zudem eine vom Bundesverkehrsminister eingesetzte Ethik-Kommission zum „automatisierten und vernetzten Fahren“ geleitet. Dabei hat er selbst auf dem Fahrersitz eines Autos Platz nehmen dĂŒrfen, das selbststĂ€ndig lenkt und die Fahrspur wechselt. „Das ist wie in einem Science-Fiction-Film.“ Fahren auf diese Weise sei bequem, doch als Jurist frage er sich, wer im Falle eines UnglĂŒcks die Haftung ĂŒbernehme.

In seinem Versuchsauto wurde das Lenkrad einfach eingezogen und sei dann in der Armatur verschwunden, damit er als Mensch nicht mehr eingreifen konnte. „Der Fahrer hat in diesem Moment nicht mehr die Verantwortung“, so Di Fabio. Er habe sich mit seinen Mitfahrern unterhalten können, ohne auf die Straße zu achten.

Di Fabio sprach ethische Fragen an, die sich aus einer solchen Situation ergeben: Wie entscheidet das Auto in Situationen, bei der Menschen in Gefahr geraten? „Technik ist nicht menschlich.“ Di Fabios Fazit lautete deshalb: Der Gesetzgeber muss die Regeln vorgeben. „Wir mĂŒssen unsere menschliche und freiheitliche Gesellschaft stĂ€rken, statt sie zu schwĂ€chen. Nur dann ist technischer Fortschritt sinnvoll.“

Bilder: Alexander Becher