„Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft“

Familiär und professionell: Spieler Tobias Rühle fühlt sich bei der SG Sonnenhof Großaspach wohl – Volksbank Backnang sponsert den Verein

Die SG Sonnenhof Großaspach hat ihre Premieren-Saison in der Dritten Fußball-Bundesliga erfolgreich absolviert. Stürmer Tobias Rühle erklärt im Interview, was die Stärken des Teams sind.

Die SG Sonnenhof Großaspach scheint ein Glücksbringer für Sie zu sein, in Ihrer ersten Saison hier haben Sie 14 Tore in 33 Spielen gemacht und einen großen Teil zum Aufstieg beigetragen.

Ich denke, dass es vor allem unser Teamspirit war, dem wir den Aufstieg zu verdanken hatten. Der steht bei uns über allem. Klar ist aber auch, dass ich mich hier sehr wohl fühle und dadurch gute Leistungen abrufen kann.

 

Sie waren bei den Stuttgarter Kickers, dem 1. FC Heidenheim und dem VfB II aktiv:  Wie würden Sie im Vergleich die SG Sonnenhof beschreiben?

Die SG ist ein ganz besonderer Verein: sehr familiär und trotzdem sehr professionell. Außerdem gibt es hier eine klare Philosophie des Dualen Wegs. Das bedeutet, dass jeder Spieler neben dem Sport eine Ausbildung, ein Praktikum oder ein Studium absolvieren soll. Das ist einzigartig im deutschen Profifußball und zeichnet den Verein aus.

 

Was hat Sie bewogen zur SG Sonnenhof zu wechseln, damals noch Regionalligist?

Bei der SG kann ich mich fußballerisch optimal weiterentwickeln und gleichzeitig die Weichen für das Leben nach dem Sport stellen. Ich absolviere derzeit neben dem Sport eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Fußball ist ein so schnelllebiges Geschäft und mit einer schweren Verletzung kann alles vorbei sein. Daher bin ich wirklich sehr froh, hier zu sein.

 

Wie schaffen Sie zeitlich den Spagat zu Ihrer sportlichen Karriere?

Nimmt man einen normalen Arbeitstag, an dem wir einmal Training haben, dann fahre ich gegen 7 Uhr von Backnang-Maubach nach Ilsfeld zu meinem Ausbildungsbetrieb CNC Stanz- und Lasertechnik. Gegen 14 Uhr muss ich dann spätestens los zum Training, das um 16 Uhr beginnt. Nach den Einheiten lerne ich noch oftmals für die Berufsschule. Ganz ehrlich: Das ist schon anstrengend, aber ich möchte das packen und es tut mir auch gut.

 

Für die SG war die vergangene Saison voller Höhen und Tiefen. Doch am Ende hat die Mannschaft souverän den Klassenerhalt gepackt. Wie hat das Team die nötigen Kräfte mobilisiert?

Ein Traum, ein Ziel, ein Team - das war von Anfang an unser Motto und daran haben wir zu jeder Zeit festgehalten. Es kam im Verein niemals Hektik auf, sondern jeder war auf seine Aufgabe fokussiert. Übrigens auch als der Erfolg zwischenzeitlich ausblieb. Ich denke auch, dass der Trainer Rüdiger Rehm uns nochmal die Entschlossenheit und die Begeisterung zurückgebracht hat. Sein Elan nach der Rückkehr von seiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer war sicherlich mitentscheidend und ein Faktor für die tolle Serie am Ende der Saison.

 

Was war es für ein Gefühl, den Klassenerhalt sicher in der Tasche zu haben?

Der Klassenerhalt war unser großes Ziel und das haben wir erreicht. Es ist schon was anderes, ob du in Dresden vor 28.000 Zuschauern spielst oder in der Regionalliga vor 500. Wir haben nach der letzten Partie gemeinsam drei Tage auf Mallorca gefeiert – übrigens mit der gesamten Mannschaft. Das ist bei vielen anderen Vereinen nicht der Fall. Nun gilt die volle Konzentration aber wieder der kommenden Spielzeit.

 

Ronaldo oder Beckenbauer? Haben Sie ein Vorbild, das sie motiviert – sportlich oder persönlich?

Vorbilder sind eher meine Eltern oder Personen aus meinem direkten Umfeld. Als Fußballer gefällt mir die Spielweise von Zlatan Ibrahimovic. Er ist außergewöhnlich und ein echter Typ auf dem Platz. Er polarisiert natürlich, ist als Fußballer aber einfach überragend.

 

Wo sehen Sie die SG Sonnenhof langfristig – vielleicht in fünf Jahren?

Die SG ist national sehr anerkannt und hat sich mit der Entwicklung und der einzigartigen Philosophie schon jetzt einen Namen gemacht. Wir konkurrieren hier mit Clubs, die vor kurzem noch in der Bundesliga gespielt haben. Das sagt schon alles. Ich denke, dass die Entwicklung immer weitergehen wird, würde das aber nicht an einer Liga festmachen. Beispielsweise wird in der Jugend ein Nachwuchsleistungszentrum eingeführt und die Infrastruktur wird weiter verbessert. Als Spieler würde ich mich natürlich freuen, wenn die Region unsere Leistungen mit dem Besuch unserer Spiele in der mechatronik Arena honoriert und wir den Zuschauerschnitt nochmals erhöhen könnten.

 

Die Volksbank Backnang ist Sponsor bei der SG. Warum sind Sie Mitglied bei uns?

Ich habe Jürgen Klopp in der Werbung gesehen und mir gedacht, wenn er dort ist, kann es nicht so schlecht sein. Spaß beiseite: Ich bin bei Bankangelegenheiten absolut nicht für Experimente zu haben. Für mich ist das Thema Bodenständigkeit sehr wichtig und gleichzeitig möchte ich einen persönlichen, direkten Kontakt zu meinem Berater. Das ist bei der Volksbank Backnang absolut der Fall. Und dass die Bank auch noch Sponsor ist, macht die Sache natürlich doppelt schön.

Tobias Rühle

Zur Person:

Tobias Rühle spielt seit der Saison 2013/2014 bei der SG. Parallel absolviert der 24-jährige Stürmer eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Der gebürtige Heidenheimer war für die U17- und U19-Nationalelf im Einsatz. Weitere Stationen: VfB Stuttgart II, 1. FC Heidenheim, Stuttgarter Kickers.